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Freiheit – und alles, was damit zu tun hat

Archiv für März, 2008

Netzneutralität und Freiheit

Sonntag 16. März 2008 von nath

Ein viel diskutiertes Stichwort im Internet ist das der “Netzneutralität”. Ich möchte hier kurz beide Positionen in diesem Streit darlegen und anschließend erörten, welche Seite aus Sicht der Freiheit zu bevorzugen ist.

Pro Netzneutralität:
Das Netz soll neutral sein, ein Internetprovider muss alle Inhalte, egal von wo sie kommen und wohin sie gehen und aus welchen Daten sie sich zusammensetzen mit der gleichen Bandbreite und gleichen Priorität befördern.

Contra Netzneutralität:
Die Netzbetreiber können selbst bestimmen, ob sie bestimmte Inhalte, Protokolle, Absender oder Ziele transportieren oder nicht. Außerdem sollen sie für eine schnellere oder überhaupt stattfindende Beförderung zusätzliches Geld von den Inhalteanbietern verlangen können

Erörterung:
Zunächst ist festzuhalten, dass aus Sicht der Freiheit möglichst wenig Regulierung wünschenswert ist. Es soll möglichst ein freies Spiel des Marktes herrschen. Dies setzt aber vorraus, dass der Markt auf allen Ebenen frei ist. Es muss also sowohl der Inhalteanbieter als auch der Endkunde eine freie Auswahl aus mehreren Netzanbietern haben. Wenn dies nicht gegeben ist, weil zum Beispiel gesetzliche Regularien für ein Monopol sorgen, so sollten zunächst diese Markthindernisse beseitigt werden. Im Rest der Erörterung gehe ich von der Situation aus, dass aus mehreren Bandbreitenanbietern gewählt werden kann. Diese Situation ist zumindest in Deutschland im großen und ganzen gegeben.

Weil eine möglichst geringe Regularisierung angestrebt werden sollte, sollten Internetanbieter selber wählen können, mit wem sie Verträge abschließen und zu welchen Bedingungen. Dies sollte durch die Politik nicht eingeschränkt werden. Gerade auch, weil durch jedes Gesetz unerwünschte Nebenwirkungen in Erscheinung treten, zu deren Regelung dann wieder neue Gesetze nötig werden usw. Wer weiß denn schon, auf welche neuen Ideen jemand in den nächsten Jahren kommen wird, die vielleicht ganz neuartige Dienste ermöglichen? Ich möchte also deutlich eine Position gegen eine politische Regelung in diesem Bereich einnehmen. Solange ein Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern auf allen Ebenen besteht, sollte dem freien Markt hier der Lauf gelassen werden.

Betrachten wir als Beispiel die Suchmaschinenanbieter. Zur Zeit gibt es hier wohl drei große Anbieter: Google, Microsoft und Yahoo. Zugleich gibt es in Deutschland mehrere Internetanbieter, nennen wir sie A, B und C.
Die bestehende Situation ist die, dass jede dieser Suchmaschinen für ihre eigene Anbindung an das Internet bezahlt. Gleichzeitig bezahlt jeder Kunde für seinen ISP, sei es nun A, B oder C.
Ohne ein Gesetz zur Netzneutralität könnte es nun passieren, dass Anbieter A von Google Gebühren dafür verlangt, dass seine Kunden auf die Server von Google zugreifen können. Dies ist marktwirtschaftlich durchaus legitim, da eine Vertragsfreiheit besteht. Sinnvoll ist dies aber nicht, schließlich bezahlen die Kunden von A ihren Zugang nicht aus einem reinen Selbstzweck heraus, sondern weil sie gerade auf das Angebot von zum Beispiel Google zugreifen möchten. Das Angebot von Anbieter A erlangt gerade dadurch einen Mehrwert, dass der Zugriff auf das Angebot von Google möglich ist. Nehmen wir dennoch die Situation an, dass A von Google zusätzliche Gebühren verlangt und Google diese nicht bezahlt. Darauf stellt A für seine Kunden den Zugang zu Google ab. Welche Reaktion wird von Seiten der Kunden von A auf diesen Schritt erfolgen? Entweder, sie haben sowieso nie Google genutzt, dann ist ihnen die ganze Aktion egal. Oder sie stellen fest, dass sie über A nicht mehr auf Google zugreifen können, erfahren aber, dass dies über B und C sehr wohl noch möglich ist. In der Marktsituation, wie sie im ISP-Geschäft besteht, sind die Angebote aller Anbieter vergleichbar teuer. Die logische Folge ist also, dass Kunden von A zu B und C wechseln werden. Sobald Anbieter A dies bemerkt, wird er schnell den Zugang zu Google wieder freischalten, um nicht weiter Kunden zu verlieren.

Eine ähnliche Situation besteht beim Zugriff auf andere große Angebote, wie Amazon oder Ebay. Eine etwas andere Situation besteht bei kleineren Anbietern, andererseits lohnt es sich für die ISP aber auch nicht, den Betreiber jeder einzelnen kleinen Webseite anzuschreiben und von ihm zusätzliche Gebühren zu verlangen.

Es ist also höchstens vorstellbar, dass eine Anbieter A einen eingeschränkten Internetzugang anbietet, bei dem man zum Beispiel nicht auf jede Suchmaschine zugreifen kann und auch sonst nur ausgewählte Webseiten zu Gesicht bekommt. Eine vergleichbare Situation bestand aber in früheren Zeiten, als sich Anfang der 90er Jahre das Internet noch nicht vollständig durchgesetzt hatte und es proprietäre Netze, zum Beispiel AOL, Compuserve und T-Online gab. Diese Netze hatten jeweils ihr eigenes Angebot, das so sonst nicht erreichbar war. Diese Netze sind alle gescheitert, sie nahmen zunächst zusätzlich einen Zugang ins allgemeine Internet auf, der schließlich das Hauptmerkmal des Netzes wurde. Heute sind diese proprietären Teile im Prinzip völlig verschwunden. Ein Anbieter, der heute nicht mehr das gesamte Internet, sondern nur einen Ausschnitt daraus anbietet, könnte nur bestehen, wenn er massiv günstiger als die vollständigen Angebote wäre. Bei einem heute üblichen Anteil von maximal 15,- Euro für einen monatlichen unbeschränkten Zugriff auf das Internet, ist es kaum denkbar, dass jemand für eine eingeschränkte Version überhaupt bezahlen würde. Solch ein Anbieter müsste also Inhalteanbieter finden, die ihn für die Zugangsmöglichkeit bezahlen, die im Gegenzug den Kunden kostenlos angeboten wird. Ob sich hier eine ausreichende Anzahl Anbieter findet und ob es sich für den Zugangsanbieter im Vergleich zu einem vollen Internetzugang überhaupt lohnt, ist sehr fraglich.

Schlußendlich ist also eine politische Regelung der Netzneutralität nicht nur unnötig sondern sogar schädlich. Die Märkte werden von alleine ein eingeschränktes Internet aussortieren, solange ein Wettbewerb auf allen Ebenen besteht. Politische Anstrengungen sollten also bevorzugt darauf ausgerichtet werden, Wettbewerbshindernisse im Zugangsgeschäft auf allen Ebenen zu beseitigen, die Netzneutralität kommt dann gratis dazu.

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Abweichendes Verhalten beim Computerspielen? Ab nach Guantanamo!

Mittwoch 5. März 2008 von nath

Wie die BBC berichtet, suchen US Amerikanische Geheimdienste in einem Projekt mit dem Namen “Reynard” nach auffälligem Verhalten in Onlinespielen. Zunächst soll festgestellt und definiert werden, was “normales” Verhalten sei, um dann anhand von “unnormalem” Verhalten potentielle Terroristen ausfindig zu machen.

In Zukunft sollte man sich also gut überlegen, was man beim Online-Spielen tut – “Ist ja nur ein Spiel” zählt wohl nicht mehr, wenn man erst von CIA-Agenten nach Guantanamo verschleppt wird. Schöne neue Welt…

Interessanterweise hat die BBC im selben Artikel auch das BGP entdeckt und festgestellt, wie anfällig es für Angriffe sei, eine Tatsache, die in der Fachwelt schon lange bekannt ist.

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Freiheit erhalten – Krisenvorsorge

Sonntag 2. März 2008 von nath

Ich bin jetzt auf ein Blog aufmerksam geworden, dass sich mit dem Thema Krisenvorsorge beschäftigt. Dies ist ein sehr wichtiges Thema, wenn es um Freiheit geht. Denn nur, wenn man für die Krise vorgesorgt hat, kann man auch in der Krise frei bleiben. Das Blog gehört zu einer ausführlichen Seite, die sich damit beschäftigt, wie man sich konkret auf kommende Krisen vorbereitet. In der derzeitigen Situation sieht es so aus, als wenn eine Krise am ehesten wirtschaftlicher Art sein wird. Die US Amerikanische Wirtschaft wird über kurz oder lang kollabieren und das wird uns auch in Europa nicht unbeschadet lassen.

Weil dieses Thema zur Zeit das wohl drängendste ist, wird es auch häufiger mal in diesem Blog hier thematisiert werden. Aber nur zu lesen reicht nicht, jeder kann und sollte etwas tun.

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