Ama-Gi

Freiheit – und alles, was damit zu tun hat

Archiv für April, 2008

Tempelhof

Samstag 26. April 2008 von nath

Morgen ist der Volksentscheid zum Flughafen Tempelhof. Zu diesem Anlass möchte ich die offiziellen Argumente der Befürworter des Flugbetriebs (so, wie sie in den Amtlichen Informationen zum Volksentscheid stehen) einmal untersuchen.

Über 70 Prozent der Berliner sind für den Erhalt von Tempelhof.

Kein wirkliches Argument, sondern erstmal eine unbelegte Behauptung. Selbst, wenn diese Zahlen stimmen sollten, ist das noch kein Argument für den Erhalt des Flughafens, sondern kann höchstens Lemminge überzeugen.

Die Politik darf den Bürgerwillen nicht länger ignorieren. Die Schließung muss nicht sein.

Genau das gleiche Nicht-Argument, wie das erste. Eine unbelegte Behauptung, was der Bürgerwille sei und die Forderung, man müsse prinzipiell dem Bürgerwillen folgen. Die Masse hat schon öfter Dinge gefordert, denen man besser nicht folgen sollte.

Tempelhof retten. Eine historische Entscheidung! [...]

Berlin würde:

  • jedes Jahr viele Millionen Euro verlieren,
  • einen unschätzbaren Standortvorteil verlieren,
  • viele Arbeitsplätze in der Stadt verlieren,
  • ein Wahrzeichen verlieren.

Der erste Punkt, der echte Argumente enthält. Aus den Argumenten von Abgeordnetenhaus und Senat gegen den Flugbetrieb in THF:

  • Der Flugbetrieb in Tempelhof kostet die Steuerzahler jährlich 5.840.000 Euro.
  • Eine Schließung Tempelhofs ermöglicht eine anderweitige Nutzung des Geländes, die 5000 Arbeitsplätze bringt.
  • Das Gebäude wird nicht abgerissen, das Wahrzeichen geht also nicht verloren, im Gegenteil lässt sich ohne Flugbetrieb ein Luftbrückenmuseum einrichten.

Der angebliche Standortvorteil Berlins durch THF ist überhaupt nicht begründet. Im Gegenteil: Warum sollte auf einmal ein Standortvorteil entstehen, der jahrzehntelang trotz THF nicht vorhanden war?

Tempelhof muss Verkehrsflughafen bleiben.

Kein Argument, sondern lediglich ein Appell an Emotionen.

Wichtig: Wenn Sie für den Erhalt von Tempelhof sind, müssen Sie mit JA stimmen.

Kein Argument, sondern lediglich ein Hinweis, dass man sich an der Abstimmung beteiligen soll.

Tempelhof als einer der ältesten Verkehrsflughäfen der Welt muss erhalten bleiben.

Wieder kein Argument, sondern lediglich Emotion. Alter ist kein Argument für irgendetwas. Außerdem wird hier wiederr angedeutet, dass ein Abriss des Gebäudes geplant sei, was kompletter Unfug ist.

Millionengrab Flughafenschließung.

Ein wirtschaftliches Argument, aber nicht durch Tatsachen gedeckt. Es wird behauptet, Berlin hätte Einnahmen durch den Flugbetrieb. Wie oben bereits angeführt ist dies nicht der Fall – der Flugbetrieb in THF kostet jedes Jahr Millionen.

Sinnvolle Ergänzung zum BBI.

Auch das Argument, der neue Flughafen BBI könnte den Bedarf nicht decken und bräuchte deshalb die Unterstützung durch THF ist nicht haltbar. Zum einen ist BBI so angelegt, dass er bei Bedarf erweitert werden kann. Zum zweiten können die großen Maschinen, um die es geht, überhaupt nicht in THF landen.

Tempelhof sichert Berliner Arbeitsplätze.

Abgesehen davon, dass nicht viele Menschen überhaupt noch in THF arbeiten, sind es doch genauso Berliner Arbeitsplätze, wenn diese Menschen in Zukunft nach Schönefeld zur Arbeit fahren anstatt nach Tempelhof. Qualifiziertes Flughafenpersonal wird überall dringend gesucht und die Entfernung zum Arbeitsplatz dürfte sich für die allermeisten Angestellten nur minimal unterscheiden. So weit weg ist Schönefeld schließlich nicht von Tempelhof.

Woanders klappt es doch auch!

Zum einen lassen sich zu den aufgeführten Beispielen genug Gegenbeispiele finden, wo Städte ihre innerstädtischen Flughäfen aufgegeben haben und den gesamten Flugbetrieb auf einem Großflughafen vor den Toren der Stadt konzentriert haben. Zum anderen sind die City-Airports der aufgeführten Städte längst nicht so weit in der Stadt wie THF, sondern eher am Stadtrand, wie zum Beispiel Schönefeld.

Der Senat will vollendete Tatsachen schaffen.

Hier wird behauptet, der Senat möchte ohne triftigen Grund einfach den Flughafen schließen. Zum einen ist dies schon lange (nämlich schon 1994 durch einen CDU-Senat) beschlossen, zum anderen liegt ein triftiger Grund vor: Der Betreiber von THF möchte den Flughafen nicht weiter betreiben (weil der Flugbetrieb zu viel Geld kostet). Es hat sich auch noch niemand anderes gefunden, der als neuer Betreiber auftreten (und die Kosten tragen) möchte.

Der Bürgerwille wird ignoriert. So geht man nicht mit dem Volk um.

Kein Argument für den Flugbetrieb, sondern ein Argument, Volksentscheide zu respektieren. Ist ziemlich lächerlich, dass das von der CDU kommt, die jahrelang verbissen gegen Volksentscheide gekämpft hat und die in Hamburg einen Volksentscheid nach dem anderen ignoriert.

Doch Berlin ist für Tempelhof.

Kein Argument, sondern erneut eine unbewiesene Behauptung. Ob Berlin für THF ist oder nicht, werden wir morgen Abend wissen, dass 200.000 von 3,5 Millionen das Volksbegehren unterschrieben haben, heißt noch gar nichts.

Und dann kommt noch einiges an Blabla, auf dass ich hier nicht weiter eingehen will, weil es nichts mit dem Flughafen zu tun hat.

Fazit: Kein einziges überzeugendes Argument für den Flugbetrieb, aber jede Menge dagegen. Dabei habe ich die lächerlichen Argumente, die von einigen Anhängern gebracht werden, noch nicht mal erwähnt…

Nein zu Tempelhof!

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Technisches

Freitag 18. April 2008 von nath

In den letzten Tagen habe ich die Linkliste auf der rechten Seite etwas erweitert. Es gibt jetzt den extra Bereich “Survival” in dem diverse Blogs zu diesem Thema verlinkt sind. Bis jetzt sind es alles englischsprachige Blogs, aber vielleicht entdecke ich ja auch noch die eine oder andere deutschsprachige Quelle.

Leider scheint es wenige hierzulande zu geben, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinander setzen. Das erschwert auch alle Vorbereitungen, weil man nicht so leicht Bezugsquellen findet und viele von Amerikanern empfohlene Produkte in Deutschland gar nicht existieren.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »

Immer weniger Freiheit

Freitag 4. April 2008 von nath

Zum ersten April wurde mal wieder die Freiheit der Deutschen reduziert. Wie üblich wird als Grund die Sicherheit vorgeschoben. Hier steht, worum es geht:

Das Tragen täuschend echt aussehender Waffenimitate in der Öffentlichkeit wird verboten. Auch Messer mit einer Klingenlänge über zwölf Zentimetern und andere Stich-, Hieb- und Stoßwaffen dürfen nicht mehr öffentlich mitgeführt werden. Ausnahmen gelten nur für Menschen, die solche Messer für bestimmte Sportarten oder Berufe benutzen, oder aber zur «Brauchtumspflege», wie unter Pfadfindern oder auf Mittelaltermärkten. Elektroschockgeräte werden komplett verboten. Wer mit einer Schusswaffe über die Grenze reist, muss dafür in beiden Staaten eine Genehmigung einholen. Strenger wird auch das Vererben von Schusswaffen geregelt. Es werden solche Waffen blockiert, wenn der Erbe keinen Waffenschein hat.

Man sollte ab jetzt also aufpassen, wenn man im Geschäft einen Messersatz für die Küche kauft. Schließlich dürften dabei so einige recht lange Klingen haben.

Ob sich auch nur ein einziger Krimineller duch das Verbot davon abhalten lässt, ein messer für seinen nächsten Überfall zu benutzen, ist aber sehr zu bezweifeln. Schließlich ist ein Überfall schon an sich verboten, ob man dazu ein Messer verwendet ist vollkommen egal. Jugendgangs, die einen anderen Jugendlichen überfallen und ausrauben wollen, benötigen sowieso kein Messer dafür, da sie eher auf ihre große Anzahl setzen.

Ach ja, dass man jetzt Frauen verbietet, einen Elektroschocker mitzuführen, um sich gegen einen Vergewaltiger zu schützen, ist natürlich auch ein großartiger Sicherheitsgewinn – besonders für den Vergewaltiger.

Fazit: Freiheitsverlust für alle bei minimalstem Sicherheitsgewinn für einzelne. Wer das gut findet, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.

Nachtrag: Interessant auch die Fragen zum neuen Gesetz auf abgeordnetenwatch:

1. Dürfen jetzt alle – was ich auf Grund meiner DRK-Erfahrung befürworte – ein Einhandmesser griffbereit mit sich tragen, wenn sich auf die gesetzliche Verpflichtung zur Ersten Hilfe berufen?

2. Wenn nicht, wie stellt der Gesetzgeber seit dem 1.4.2008 sicher, daß kein Bürger in eine Situation gerät, aus der er einen Anderen oder sich selber mittels eines Einhandmesser befreien kann bzw. muß.

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »